Als Beifahrer eines erheblich alkoholisierten Fahrers droht ein Mitverschulden für selbst erlittene Unfallschäden

Wenn sich ein Beifahrer eines Pkw einem erkennbar alkoholisierten Fahrer anvertraut, so liegt grundsätzlich ein Verstoß gegen die eigenen Interessen vor. Dies führt zu einem Mitverschulden wegen der selbst erlittenen unfallbedingten Verletzungen. Für die Frage, ob ein geschädigter Beifahrer die Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit eines alkoholisierten Fahrers kannte oder erkennen musste, kommt es darauf an, ob und in welchem Umfang der Fahrer in Gegenwart des später geschädigten Beifahrers alkoholische Getränke zu sich genommen hat oder welche Ausfälle, die auf alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit schließen lassen, er gezeigt hat. Ein Mitverschulden des Beifahrers ist dann gegeben, wenn er in Kenntnis der Alkoholisierung Gelegenheit hatte, das Fahrzeug noch zu verlassen.

OLG Naumburg, Urteil vom 20.01.2011, Az.: 1 U 72/10

20.01.2011 von OLG Naumburg

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